Peter Joseph Lenné und Artenvielfalt
von Jost Brökelmann (2019)

 

Peter Joseph Lenné (1789-1866) prägte im 19. Jahrhundert die Gartenkunst, besonders in Preußen.  Zu seiner Zeit gab es noch nicht die Diskussion um den Erhalt der Artenvielfalt; denn die Einteilung der Pflanzen und Tiere in Arten war wenig bekannt. Damals ging es darum, Gärten "naturschön" zu gestalten - im Gegensatz zu den streng geometrisch angeordneten Gärten des Barock. Diese neue Form der „naturschönen“ Gartengestaltung – weite Blicke über Wiesen, Schatten-spendende Baumgruppen, gewundene Bäche und Wege, dazu architektonische „Erinnerungsdenkmale“ an die Antike - wurde in England populär und Englischer Landschaftsgarten genannt.  
Lenné war ausgebildeter Gärtner, zusätzlich studierte er Botanik und Landschafts-Architektur in Frankreich und bildete sich fort durch Reisen zu bekannten Gärten in Süddeutschland, Österreich und später England.

Für ihn war und blieb das Ziel seiner Arbeiten der Erhalt der Natur und die Verschönerung der Landschaft in Parkanlagen. Garten-Staffagen wie Tempel, Säulen etc. waren ihm weniger wichtig. So benutzte er eine Vielzahl von Pflanzen und Bäumen zur Parkgestaltung, sammelte auch nicht-heimische Pflanzen und errichtete eine Baumschule in Berlin. Offenbar haben sich Menschen, Pflanzen und Tiere in derart gestalteten Parks wie z. B. der Pfaueninsel in Berlin damals und heute besonders wohlgefühlt; diese Gärten, sofern sie noch existieren, gelten in der Wissenschaft heute als „Hotspots“ der Artenvielfalt und Biodiversität.

Zu den Prinzipien von Joseph Peter Lenné zählen:
  • Grüne Flächen (Lichtungen) mit Durchblicken (Sichtachsen) schaffen
    
  • Wege und Bäche gewunden laufen lassen
    
  • Mit einer Vielzahl von Pflanzen und Bäumen gestalten
    
  • Auf die Konturen und Farben der Pflanzen achten
    
  • Ständige, gärtnerische Pflege, damit alles gut wächst
    
  • Alles soll dem Auge des Betrachters „schön“ erscheinen 
    
Man könnte J. P. Lenné auch einen Landschafts-Ästheten nennen.

Lenné war schon vor 200 Jahren ein Förderer der Artenvielfalt und des Naturschutzes. Seine Planung des Volksparks Magdeburg im Jahre 1824 „offenbart ein derartig reiches und dekoratives Sortiment an Gehölzen, dass Loudon dieses Beispiel 1835 in seiner Encyclopaedia abdruckte“ (M. Rhode 2011).
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